WEIN- & TRESTERBRAND459

Spirituose

Es war keine Überraschung, als wir mit Fridolin Baumgartner ausführlich über seine Teilnahme am Freimeisterkollektiv sprachen, dass er eine Spirituose basierend auf Trauben bzw. Wein vorschlug. Seine, in einer der besten Weinanbaugebiete Deutschland gelegenen Brennerei, destilliert seit der Gründung 1983 alles was mit Trauben zu tun hat: Ob Trester-, Weinhefe- Trauben oder Weinbrand – es gibt kaum einen zweiten Brenner, der in dieser Disziplin so viel Können und Feingefühl entwickelt hat.

Geruch

Feiner und eleganter Duft mit Vanillenoten mischen sich mit Anklänge von Zedernholz.

Geschmack

Der fassgelagerte Weinbrand entwickelt eine komplexe Fruchtigkeit mit Vanille- und Karamellnoten, während der Tresterbrand eine blumig-leichte und holzig-schwere Noten mit ausgewogener leichten Bitterkeit bietet.

Abgang

Langer und intensiver Abgang bei dem sich Geschmacksnoten von Karamell und weiße Schokolade langsam entwickeln.

Zutaten

Spät- und Grauburgunder, Müller-Thurgau (Kaiserstuhl)
Fasslagerung in deutscher Eiche vom Kaiserstuhl

Herstellung

Am Anfang gab es die Idee einen Cuvée aus allen Traubendestillaten zu „blenden“. Nach zahlreichen Versuchen stellt sich aber heraus, Traubenbrand ist geschmacklich zu filigran und wiederum Weinhefebrand zu dominant um sich harmonisch in dieses Gefüge einzubinden. So experimentierte Baumgartner mit verschiedenen Kombinationen aus Wein- und Tresterbrand. Fassgelagerte Varianten wurden ebenso wie neutralgelagerte Versionen probiert. Am Ende war wir uns aber alle einig, ein Cuvée aus verschiedenen teilweise über 25 Jahre in Fässern gereiften Destillaten stellt die perfekte Ausgewogenheit zwischen den typischen Eigenschaften des Weinbrands und der Charakteristik vom Trester dar.

Verwendet werden Brände aus Spät- und Grauburgunder sowie Müller-Thurgau die in 110 bis 152 Liter Fässer reiften. Nicht nur der Wein für diese Spirituose kommt ausschließlich vom Kaiserstuhl sondern auch das Eichenholz für die Fässer, die der Küfer im Nachbarort Vogtsburg bindet.

Auf das Ergebnis sind wir sehr stolz, denn nicht nur beschreiten wir hier neue Wege jenseits der klassischen Spirituosenkategorien, sondern es ist ein äußerst dichtes und komplexes Geschmackbild entstanden, das tatsächlich mehr ist als die Summe seiner Teile.

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Oberbergen, Kaiserstuhl
  • Fridolin Baumgartner

    Brenner | Oberbergen, Kaiserstuhl

    Fridolin Baumgartner ist ein Großmeister in Sachen Trester, Kirschwasser und Weinbrand. Am Kaiserstuhl betreiben seine Vorfahren seit mehreren Generationen eine Mischlandwirtschaft. Als gelernter Bürokaufmann begeisterte er sich jedoch mehr für das Brennen und begann 1983 als Autodidakt mit diesem Handwerk. Sein Wissen wurde durch den reichhaltigen Erfahrungsschatzes eines Cousins seines Vaters erweitert, der ihn jedoch warnte: „Wenn du schwarz brennst, hau ich dir die Haxen weg.“

    In den Anfangsjahren hat Baumgartner ausschließlich Tresterband destilliert und auch heute noch ist diese Spirituose sein Lieblingsbrand. Danach kommt, wie er sofort hinzufügt, das Kirschwasser.

    Baumgartner legt neben strengster Selektion seiner Ernte und sauberer Verarbeitung großen Wert auf das Vergären im geschlossenen Gärtank, damit die Maische nicht oxidiert. Vom Gärtank pumpt er die Maische direkt in die Brennblase, denn „sobald man den Tank aufmacht, ist das Aroma weg.“

    Diese präzises sowie leidenschaftliche Arbeitsweise und seine jahrelange Erfahrung mit Trauben, Trester, Wein und Weinhefe wurde mit über 150 Prämierungen und Goldmedaillen bei internationalen Wettbewerben honoriert. Fridolin Baumgartner begründet seinen Erfolg so: „Es ist wie eine Sucht, gute Destillate zu machen“.