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Straight Rye Whiskey

In den Vereinigten Staaten war Rye Whiskey war der beliebteste Whiskey, bevor er vom Bourbon verdrängt wurde. Die Tradition, zur Whiskeyherstellung Roggen zu verwenden, geht auf osteuropäische und deutsche Einwanderer zurück. Ursprünglich schüttelte oder rührte man Cocktails wie Manhattan, Whiskey Sour oder Old Fashioned mit Roggenbrand und erhielt dadurch deutlich trockenere Versionen.

Geruch

Vanille

Geschmack

Haselnuss, dunkle Schokolade, Gewürznelke, Apfel

Abgang

schwarzer Pfeffer

Zutaten

80 % Roggen, 20 % Hafermalz, Wasser

Herstellung

Rüdiger Sasse zitiert bei seinem Straight Rye Whiskey amerikanische Tradition und interpretiert diese mit regionalen Rohstoffe aus dem Münsterland neu. Statt wie üblich zum Gerstenmalz, der häufig der Maische mit etwa zehn Prozent zum Vergären zugesetzt wird, greift Sasse zu einem eher ungewöhnlichen Rohstoff. Für die Verzuckerung verwendet er 20 Prozent gemälzten Hafer. Auf den bei amerikanischen Roggenbrände verwendeten Anteil von etwa 39 Prozent Mais (Corn) verzichtet Sasse. Durch einen Roggenanteil von 80 Prozent erzielt er eine sehr trockene Note.

Gebrannt wird der Raubrand in einer Kolonne (Patent-Still) und der Feinbrand in einer Kupferbrennblase (Pot-Still) aus 1880. Die Abtriebsgrenze, d.h. der höchste Alkohol-Gehalt bei einer Destillation, hat Rüdiger Sasse für diesen Straight Rye Whiskey deutlich herabgesetzt, wodurch er mehr höhere Alkohole erhält, die erst durch längere Lagerung zu Veresterungen (Esterbildung) und damit mehr Komplexität führen.

Gelagert wurde dieser Roggenbrand zwischen fünf und elf Jahren, ausschließlich in Fässern aus amerikanischer Weißeiche, die medium getoastet wurden, das heißt, die Dauben genannten Langhölzer der Fässer wurden 70 Minuten lang bei 200 Grad Celsius geröstet. Viel Aufmerksamkeit hat Rüdiger Sasse auch der Gestaltung seines Fasslagers gewidmet, damit saisonale Temperaturunterschiede, die sich positiv auf die Lagerung von Spirituosen auswirken, durch ein ausgeklügeltes natürliches Lüftungssystem verstärkt werden.

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Schöppingen, Münsterland
  • Rüdiger Sasse

    Brenner | Schöppingen, Münsterland

    Die Brennerei in der Gemeinde Schöppingen im Münsterland, die Rüdiger Sasse führt, befindet sich heute in der 15. Generation in Familienbesitz. Erstmals wurde sie im Jahre 1707 urkundlich erwähnt. Die Geschichte begann in einer Brauerei mit Schankwirtschaft, in der das nicht verbrauchte Bier destilliert wurde. Unter der Leitung von Franz Anton Sasse wurde die Brennerei 1885 neuen technischen Entwicklungen und dem allgemeinen Aufschwung der Kornbrennereien im Münsterland entsprechend modernisiert. 1972 wurde das Firmengelände im Dorfkern von Schöpping zu klein, es folgten Umzug und Neubau. Nach dem Tod von Theo Sasse im Jahre 1976 richtet dessen Sohn Ernst den Betrieb neu aus und begann, sich auf in Barrique-Fässern gelagerten Kornbrand zu spezialisieren. In den 80er-Jahren wird der Brennereibetrieb eingestellt.

    Als Rüdiger Sasse den Betrieb von seinem Vater übernimmt, will er an die Leidenschaft seines Großvaters anknüpfen und baut 2004 nach historischem Vorbild eine Brennerei auf. Seitdem brennt er dort hochwertige Spirituosen aus verschiedenen Getreidesorten. Rüdiger Sasse gehört zu den Pionieren, die für eine qualitative Trendwende beim Kornbrand verantwortlich sind. Seine Begeisterung für das Handwerk wurde mittlerweile mehrfach belohnt. Sein fassgelagerter Kornbrand wurde bei der International Wine and Spirits Competition 2010 in London als bester Whiskey Kontinentaleuropas ausgezeichnet. Und seit 2017 gehört die Feinbrennerei Sasse zum erlesenen Kreis, dem drei Jahre hintereinander der Titel World Class Distillery bei den renommierten World Spirits Awards (WSA) verliehen wurde.