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Wodka

Bei Wodka denkt man meist eine Spirituose, die geschmacklich kaum ihre Zutaten verrät. Die kontinuierliche Destillation in industriellen Rektifikationskolonnen mit unzähligen Verstärkerböden führte zu einem Produkt, das man wohl als geschmacksneutralen Ethanol bezeichnen muss. Was oft als Ausweis von Qualität verstanden wird, ist langweilig und charakterlos.

Georg Hiebl destilliert seine Getreide- und Pseudogetreide-Brände in kleinen Batches in einer Kupfer-Brennblase, die für die Herstellung von Obstbrände konzipiert wurde. Dadurch schafft er aromatische Spirituosen, die den sensorischen Charakter seiner Zutaten herausstellen.

Quinoa (Chenopodium quinoa) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Gänsefüße (Chenopodium) in der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae). Quinoa stammt urspründglich aus Südamerika, wo sie seit 6000 Jahren ein Hauptnahrungsmittel ist. Goerg Hiebl bezieht den Quinoa von einem befreundeten Bio-Betrieb aus dem Mostviertel.

Geruch

Frisch gemahlener Mohn, Nuss-Aromen

Geschmack

Zuerst treten Aromen wie Johannisbeere und Preiselbeere in den Vordergrund, um dann einem nussig-öligen Mundgefühl Platz zu machen.

Abgang

Im Abgang entwicklet sich eine Mischung aus frischem Hefeteig mit bitteren Zitrus-Noten.

Zutaten

Quinoa (Chenopodium quinoa) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Gänsefüße (Chenopodium) in der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae).
Georg Hiebl bezieht den Amaranth wie auch Quinoa von einem befreundeten Bio-Betrieb aus der Region Mostviertel.

Herstellung

In der Brennblase wird Wasser auf 75 Grad Celsius. Dem geschroteten Quinoa werden Enzyme hinzugefügt, um die Spaltung der Kohlenhydrate zu veranlassen. Nach 30 Minuten wird die Maische auf 55 Grad Celsius herabgekühlt, die Enzyme für die Stärkeverzuckerung werden hinzugefügt. Anschließend wird die Maische auf 25 Grad Celsius gehalten und Hefe hinzugefügt. Die Maische fermentiert vier Tage und muss dann sofort gebrannt werden, um die Bildung von negativen Aromen wie Essigsäuren zu vermeiden.

Gebrannt wird auf einer 150-Liter-Anlage. Für seine Getreide- und Pseudogetreidebrände schaltet Georg Hiebl die Kolonne mit den Verstärkerböden aus. Nach der ersten Destillation hat der Rauhbrand circa 25 Prozent Alkohol. Anschließend wird der Feinbrand zu einer Alkoholstärke von etwa 80 Prozent destilliert.

Georg Hiebl meint, dass diese zweifache Destillation ohne Kolonne seinen Getreidebränden „am Körper mehr Fett“ gibt und sie somit vollmundiger und aromatischer schmecken. Beim Feinbrand trennt Hiebl den hochwertigen Mittellauf von Vor- und Nachlauf ausschließlich sensorisch, da er der Ansicht ist, dass Temperaturmessungen hier nicht zum gewünschten Ergebnis führen.

Der Feinbrand wird mehrere Monate gelagert, bevor er mit Quellwasser auf Trinkstärke eingestellt wird.

h
Reichhub, Mostviertel