KANGUNU AA384

Kaffeegeist

Die Kaffeesorten, die Ralf Rüller röstet, unterscheiden sich deutlich voneinander. Bei der Röstung des Kangunu-AA-Kaffees legt Rüller Wert darauf, den ursprünglichen Charakter der reifen Kaffeekirschen zu erhalten. Statt nussigen, dunklen Röstaromen stehen frische Fruchtaromen im Vordergrund.

Josef Farthofer destilliert den Kaffeeextrakt zu einem ausgewogenen Geist, der die Fruchtnoten nochmals verstärkt, ohne dabei die Säure der Kaffeebohnen in das Destillat zu übertragen. So entwickeln Aromen von schwarzer Johannisbeere und Brombeere eine aufregende Komplexität. Der seidige Körper dieses Kaffees führt schließlich in ein Finish mit Zitronen-Noten, die sich in Geschmacksrichtungen von jungem, frischen Wein und karamellisiertem Zucker auflösen.

Geruch

Leichte nussige Kaffeeröstaromen mischen sich mit frischer Brombeere

Geschmack

Elegante Noten von Aprikose, Nektarine und einer saftigen Süße der schwarzen Johannisbeere.

Abgang

Sanft und ausgewoger Abgang, der an einem jungen Rotwein erinnert.

Zutaten

Kleinbauern der Kagaari South Farmer Cooperative Society bauen den Kangunu-AA-Kaffee in der Region Embu in den südöstlichen Ausläufern des Mount Kenia an.
Den Neutralalkohol für die Vergeistung destilliert Josef Farthofer aus selbstangebauten Bio-Weizen.

Herstellung

Die Region Region Embu an den Hängen des Mount Kenia ist für die Herstellung einiger der besten Kaffees bekannt. Die Kleinbauern der Kagaari South Farmer Cooperative Society beliefern dort die genossenschaftseigene Kangunu Coffee Mill mit ihrem Kangunu AA.

Die Bauern der Genossenschaft werden von Coffee Management Services (CMS) unterstützt, einer Gesellschaft, die nachhaltiges Wachstum durch Premium-Qualität und faire Preisen fördert. Landwirte pflücken gezielt die reifen, rötlichen Kirschen, die dann entweder direkt an die Nassmühle der Genossenschaft geliefert oder an einer von vier Sammelstellen übergeben und am selben Tag überführt werden. Die Kaffeekirschen werden vor dem Aufschneiden von Hand sortiert. Nachdem Vorreinigen mit Wasser wird die Fruchthaut entfernt. Pergamenthäutchen und daran haftender Schleim bleibt auf der Kaffeebohne. Durch einem Schwemmkanal wird die Bohne in den Fermentationsbehälter transportiert. Dort findet die Fermentation (Gärung) statt. Nach circa 24 Stunden fermentieren, werden die Bohnen gewaschen und getrocknet.

Ralf Rüller (The Barn Coffee) röstet nur sortenreinen Kaffee. Sein Röststil ist leicht, um das volle Geschmacksprofil einer Bohne unverändert hervorzubringen. Er verwendet einen Probat-Röster aus dem Jahre 1955, der mit modernster Technik, größerem Kühlblech und leistungsstarkem Luftstrom komplett überholt wurde.

Die Kaffeebohnen werden gemahlen und zehn Tage in Weizenfeindestillat mazeriert. Nach der Extration erfolgt eine schonende Destillation in einer Kupfer-Brennblase.

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Öhling, Mostviertel, Österreich & Embu County, Mount Kenya, Kenia
  • Josef Farthofer

    Brenner | Mostviertel, Niederösterreich

    Josef Farthofer ist Landwirt und leidenschaftlicher Brenner. Sowohl seine Landwirtschaft als auch Brennerei stellte er bereits sehr früh auf Bio um. Nicht nur sind die Rohstoffe im Hause Farthofer bio. Beim Produktionskreislauf achtet er streng darauf, möglichst viele Rohstoffe selbst anzubauen, Nebenprodukte wie Schlempe effizient weiterzuverwenden oder beispielsweise die Abwärme, die beim Brennen entsteht, ins Gemeindenetz für die Versorgung von öffentlichen Einrichtungen einzuspeisen. Das kristallklare Wasser für die Brände stammt von einer sich im Familienbesitz befindlichen Trinkwasserquelle im benachbarten Mühlviertel. Auf dem Grundstück um die Quelle betreibt Josef Farthofer seit bald 20 Jahren zusammen mit dem WWF und dem Land Oberösterreich ein Naturschutzprojekt, welches die Wiederansiedelung seltener Wiesenbrüter-Vögel zum Ziel hat.

    Seine Experimentierfreudigkeit und Kreativität bringen immer wieder neue, außergewöhnliche Produkte hervor. Ende 2012 gewann Farthofer die IWSC-Medaille und die begehrte International Wine and Spirit Trophy London für seinen O-Vodka als besten Wodka der Welt in der Kategorie 40 Prozent Alkohol, unflavored. Sein O-Gin wurde bei bei den Craft Spirits Awards 2015 mit Gold ausgezeichnet.

  • Ralf Rüller

    Kaffeeröster | Berlin

    Ralf Rüller arbeitete im Finanzwesen und als Schauspieler, bevor er in Berlin die visionäre Kaffeerösterei The Barn gründete und zu einem der Pionier der Third Wave of Coffee wurde. Nach einer Ausbildung bei den renommierten Kaffee-Experten von Square Mile in London und Tom Wendelboe in Oslo entwickelte er sein puristisches, an die nordische Tradition anknüpfendes Konzept.

    Seine Kaffeebohnen bezieht er vornehmlich direkt von Kleinbauern und Kooperativen. Rüller röstet in kleinen Mengen für den handverlesenen Weiterverkauf, schonend bei niedrigen Temperaturen von circa 170 Grad bis 200 Grad Celsius. So hebt er den jeweiligen Charakter der Kaffeebohnen (Bouquet, Aroma, Süße, Säure, Mundgefühl, Nachgeschmack, Balance, Reinheit) bestens hervor.

  • Oliver Ebert

    Barbetreiber | Berlin

    Oliver, studierter Philosoph und Literaturwissenschaftler, verabschiedete sich 2004 von der Theaterwelt, um in Berlin Prenzlauer Berg eine Bar zu eröffnen. Becketts Kopf ist inzwischen eine der besten Bars des Landes. Ebert wurde 2013 zum Mixologen des Jahres gekürt. Das Freimeisterkollektiv unterstützt er mit fachkundigem Wissen und schöpferischen Impulsen. Oliver hat die Entwicklung des Gin 206 von Thomas Neubert aktiv begleitet. Josef Farthofer und Ralf Rüller haben auf seine Initiative hin gemeinsam einen Kaffeegeist in zwei Varianten entwickelt.