AMARANTH159

Wodka

Dieser Wodka aus Amaranth erinnert an einem Spaziergang durch einen dichten Wald mit Unterholz, Moos und Pilzen. Die üblichen Erwartungen an einem Wodka werden konsequent erschüttert. Keine neutrale Spirituose ohne Charakter, Identität und Geschmack, sondern ein komplexes und intensives Getränk, das mit ungewöhnlichen Aromen aufwartet. Georg Hiebl brennt aus Amaranth einen Wodka, der eine Umami-Geschmacksexplosion provoziert.

Amaranth ist ein sogenanntes Pseudogetreide: Es sieht zwar aus wie Getreide und seine Samen werden so verwendet, aber es gehört nicht zur Familie der Süßgräser. Vielmehr ist es eine Pflanzengattung der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae).

Georg Hiebl schafft es, einen vollmundigen, komplexen Brand zu destillieren, der die Geschmacksnoten des Terroirs perfekt charakterisiert.

Geruch

Feuchter Waldboden, Pilze

Geschmack

Grüne Birnen gefolgt von frischen Äpfel-Noten, die sich langsam in bittere Nuss-Aromen verwandeln.

Abgang

Anklänge von Haselnüssen und Parmesan-Käse

Zutaten

Amaranth (Amaranthus) ist eine Pflanzengattung der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae).
Georg Hiebl bezieht den Amaranth von einem befreundeten Bio-Betrieb aus der Region Mostviertel.

Herstellung

In der Brennblase erwärmt Georg Hiebl Wasser auf 75 Grad Celsius und fügt dem geschroteten Amaranth Enzyme zu, um die Spaltung der Kohlenhydrate zu veranlassen. Nach 30 Minuten wird die Maische auf 55 Grad Celsius herabgekühlt und die Enzyme für die Stärkeverzuckerung werden hinzugefügt. Anschließend wird die Maische auf 25 Grad Celsius gehalten und Hefe hinzugefügt. Die Maische fermentiert vier Tage und muss dann sofort gebrannt werden, damit die Bildung negativer Aromen wie Essigsäuren vermieden wird.

Gebrannt wird auf einer 150-Liter-Anlage. Für seine Getreide- und Pseudogetreidebrände schaltet Georg Hiebl die Kolonne mit den Verstärkerböden aus. Nach der ersten Destillation hat der Rauhbrand circa 25 Prozent Alkohol. Anschließend wird der Feinbrand zu einer Alkoholstärke von circa 80 Prozent destilliert.

Georg Hiebl sagt, dass diese zweifache Destillation ohne Kolonne seinen Getreidebränden „am Körper mehr Fett“ gibt und sie somit vollmundiger und aromatischer schmecken. Beim Feinbrand trennt Hiebl den hochwertigen Mittellauf von Vor- und Nachlauf ausschließlich sensorisch, weil er meint, dass Temperaturmessungen hier nicht zum gewünschten Ergebnis führen.

Der Feinbrand wird mehrere Monate gelagert, bevor er mit Quellwasser auf Trinkstärke eingestellt wird.

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Reichhub, Mostviertel
  • Georg Hiebl

    Brenner | Mostviertel, Niederösterreich

    Georg Hiebl stammt aus einer Familie, die im niederösterreichischen Mostviertel seit Generationen Landwirtschaft betreibt. Der über 300 Jahre alte Vierkanthof liegt zwischen Streuobstwiesen und uralten Birnenbäumen. Als Georg Hiebl die Landwirtschaft von seinem Vater übernahm, hat er den Betrieb neu ausgerichtet, denn im Zeitalter industrialisierter Landwirtschaft sah er keine Zukunft für einen kleinen Betrieb ohne Spezialisierung. Die Entscheidung für den Ausbau der Brennerei war sowohl von leidenschaftlichem Interesse an Aromen als auch von wirtschaftlichen Überlegungen geprägt. Seit 1997 widmet er sich ausschließlich der Destillation von Edelbränden. Von ersten Erfolgen angespornt, vertiefte er laufend sein Wissen um das Geheimnis der hochwertigen Destillate und begann, auch mit außergewöhnlichen Sorten zu experimentieren. Nach einer mehrjährigen Experimentierphase stieg er schnell zu einem der besten seines Faches auf. Er hat wohl mehr Auszeichnungen gewonnen als irgendein anderer seiner Zunft. Sechsmal holte sich Georg Hiebl die Gold- beziehungsweise Silbermedaille für die Gesamtbewertung bei der Destillata. Der ISCW in London ernannte ihn 2014 zum Boutique Distiller of the Year.